Die Hand des Herrn legte sich auf mich. Er entführte mich im Geist ins Freie und trug mich in ein Tal, das voller Menschenknochen lag. Es waren unzählige, und sie waren völlig vertrocknet.
Dann fragte er mich: "Menschenkind, können diese Gebeine wieder lebendig werden?« »O HERR, mein Gott«, antwortete ich, »das weißt nur du.«
Da befahl er mir: "Weissage über diese Knochen und ruf ihnen zu: 'Ihr vertrocknete Knochen, hört das Wort des Herrn! Siehe, ich werde Euch Atem einhauchen und Geist und Euch wieder lebendig machen. So werdet Ihr erkennen, dass ich der Herr bin.‘“
Und ich weissagte, wie mir befohlen war. Und siehe, da rauschte es, als ich weissagte, und siehe: die Knochen rückten zusammen, Gebein an Gebein. Dann sah ich, wie Sehnen und Muskeln darauf wuchsen und sich eine Haut darüber bildete. Doch es war noch kein Atem und kein Geist in ihnen.
Da sagte der Herr zu mir: "Weissage dem Geist, Menschenkind, weissage und sprich zu dem Geist: 'So spricht Gott, der Herr: Komm von den vier Winden her, du Lebensgeist, und hauche diese Erschlagenen an, dass Leben in sie kommt!'" Ich weissagte, wie es mir befohlen war. Da fuhr der Lebensgeist in sie hinein, sie wurden lebendig und standen auf.
aus Hesekiel 37
Heute ist Pfingsten. Der Tag, an dem wir die Ausgießung von Gottes Heiligem Geist feiern. Wir beten:
Heiliger Geist!
Ohne dich sind unsere Tage leblos und leer. Ohne dich eilen wir geschäftig und geistlos vor uns hin. Ohne dich bleiben wir gefangen in uns selbst, gestalten unser Leben nach eigenem Willen, eigener Weisheit und eigenen Möglichkeiten.
Deshalb komm, Heiliger Geist, du unverhoffter Schöpfer! Reiße uns heraus aus uns selbst. Erfülle unser Herz mit deiner göttlichen Liebe! Mach uns von innen heraus lebendig und berührbar. Sprenge unser menschliches Denken und Planen mit deinen göttlichen Möglichkeiten. Besuche das alte Haus deiner Kirche neu mit deinem himmlischen Brausen!
Wir hören auf die Pfingstworte aus Apostelgeschichte 2:
Als der Pfingsttag anbrach, waren alle wieder beieinander. Plötzlich setzte vom Himmel her ein Rauschen ein wie von einem gewaltigen Sturm; das ganze Haus, in dem sie sich befanden, war von Brausen erfüllt. Und sie sahen so etwas wie Flammenzungen, die sich verteilten und sich auf jeden Einzelnen von ihnen niederließen. Und alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt.
Da trat Petrus mit den elf anderen Aposteln vor die Menge, die sich vor dem Haus versammelt hatte und begann zu predigen. Was sie von Petrus hörten, traf sie ins Herz, und sie fragten ihn und die anderen Apostel: »Brüder, was sollen wir tun?« »Kehrt um«, erwiderte Petrus, »und jeder von euch lasse sich auf den Namen von Jesus Christus taufen! Dann wird Gott euch eure Sünden vergeben, und ihr werdet seine Gabe, den Heiligen Geist, bekommen.«
Viele nahmen die Botschaft an, die Petrus ihnen verkündete, und ließen sich taufen. Durch Gottes Wirken wuchs die Gemeinde an diesem Tag um etwa dreitausend Personen. Was das Leben der Christen prägte, waren die Lehre, in der die Apostel sie unterwiesen, ihr Zusammenhalt in gegenseitiger Liebe und Hilfsbereitschaft, das Mahl des Herrn und das Gebet. Und die Apostel vollbrachten viele Zeichen und Wunder. Alle Gläubigen kamen regelmäßig zusammen und teilten alles miteinander, was sie besaßen. Sie hörten nicht auf, Gott zu loben, und waren bei den Leuten angesehen. Und jeden Tag fügte der Herr neue Menschen hinzu, die gerettet wurden.
aus Apostelgeschichte 2
In der Stille sage ich Gott, wonach ich mich sehne und was ich von ihm erbitte.
Ein Gebet von dem alten Kirchenvater Basilius, aus dem vierten Jahrhundert:
Heiliger Geist, du belebst alles.
Du machst die Toten lebendig
und Fremdlinge zu Kindern Gottes.
Durch dich werden die Schwachen stark, die Armen reich,
und die Ungebildeten weiser als die Gelehrten.
Du bist im Himmel und erfüllst die Erde,
nirgends kennst du Schranken.
Du nimmst Wohnung in uns Menschen und bist doch ganz Gott.
Wir bitten dich:
Nimm Wohnung auch in unseren Herzen,
und verlass uns zu keiner Zeit!
Amen.